Chris Johnson

Nichts Schönes

Es gebe nichts Schönes in der Philosophie, meint Heidegger in ‘Prolegomena zur Geschichte des Zeitbegriffs’ (GA Bd. 20, p.204).

Das stimmt für seine und die Philosophie überhaupt. Sonst aber ist es unwahr.

Leben kann schön sein. Und wenn man seine politische Ökonomie begreift, wird auch klar, dass das "Unschöne" im Leben (auf das Heideggers Philosophie ja rekurriert) sich nicht dem "Wesen" des Lebens verdankt, sondern dem "Geworfensein" in eine Welt, in der man abhängig ist von fremden Interessen. Es sind die Herrschaftsverhältnisse, die dem Einzelnen und seinen Lebensinteressen im Wege stehen. Werden diese als feindlich erkannt, können sie auch beseitigt werden. Das ist eine Machtfrage. Keineswegs aber führt Demut vor dem "Wesen des Seins" zu irgend etwas Gutem.


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