Es passiert, dass er auf einmal vor dem Küchenfenster in anderen Gärten steht und bewegungslos in die vor Schreck dahinter zurückweichenden Schatten starrt. Plötzlich kippt er mit dem Köper zur Seite und ist auch schon wieder verschwunden. Nachts rüttelt er an den Klinken fremder Haustüren, er steht mitten auf der Straße unter der einzigen Laterne, es pfeift der Irre aus dem Tal seinem Hund, der schon lange verendet ist.
Tags folgt er der alten Mutter, der mit dem karierten Kopftuch, von dessen Spitzen zwei lange Fäden herabhängen, folgt ihrem Witwenbuckel, dem viel zu raschen Gang, der stets den Abstand zwischen ihnen vergrößert, folgt ihr durchs ganze Dorf, er folgt bergan diese eine fachwerkhausumkastete Straße entlang, deren Rinnsteine vollgesetzt sind mit Mist und Dung und großen Klumpen klebriger Erde. Er zieht einen Einkaufswagen hinter sich her, aus dem beständig Weißkohlblätter fallen.
Die Gnade des fröhlichen Wahnsinns, das ist die Chimäre, wie sie schlagartig vom Himmel fährt: Das Vergessen des Erinnerns, oder: Außen ist nirgends. Innen ist nirgendwo. Alles ist Gegenwart, erschreckend plötzlich und nah.
Und er läuft in Arbeitsjacke und Cordhose über die verwachsenen Wiesen am Tal. In der Faust, die am schlaff herabhängenden Arm baumelt, hält er eine lange Axt; sie schleift auf dem Boden.
Er weiß, aus den Fenstern sehen ihn die Hausfrauen, die mit den Nylonstrümpfen. Sie sehen, wie er Äste sammelt und aufhebt, ein Stück weit herumträgt, das Bündel wieder fallenläßt. Dann geht er mit heruntergelassener Hose zwei Schritte an einen Busch in die Hocke.
Wie schwer ist es in einem Traum zu gehen und voranzukommen: Wir rennen ständig auf der Stelle. Der Boden zieht uns immer wieder rückwärts ins Nüchterne.
Sein Arsch leuchtet wie ein Anämiemond im Kraut: Über die Schulter wirft er seine ängstlichen Hundeblicke, als müsse man ihn bis an die Waldränder hören.
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