Chris Johnson

Das Vergessen des Verlierens des Erinnerns der Sprache

Die Gewohnheit verströmt einen Geruch nach Kaffee als Unterpfand. Wir sitzen fest auf Stühlen und wähnen uns sicher. Wir essen Kuchen und sagen - Bitte ein Viertelpfund von diesem oder jenem. Andere Hände teilen ein. Sie wiegen, sie falten, sie unterzeichnen, sie fassen Stempel.

Die Gewohnheit hat ein falsches Wort. Es ist ein Nichtsehen aus der Wiederholung. Bei geschlossenem Auge finden wir uns zurecht. Wir wissen die Zimmer und die Teppiche, die die Schritte dämpfen. Uns meinen wir. Wir kommen nicht vor. Wir sind die, die hinter den Wiederholungen verschwinden.

Dessen ungeachtet sagen wir - ja, nein, übermorgen. Auch in irriger Annahme dies - Ich bin soundso viele Jahre alt, oder - mein schwarzes Haar. Mit Sorgfalt verriegeln wir die Haustüren. Sanft eingeklemmt in Anzügen verrutschen wir zu einem Ablauf aus - Gestern, Morgen – eben, gleich, später. Das Jetzt schafft es kaum ins Jetzt, es ist immer schon vorbei.

Auch denken wir gerne, dass wir sagten - Ich liebe dich. Das heißt - wir ersehnen Zwischengelegenes, dessen Anblick wir nicht wirklich ertragen.

Uns fällt nicht sehr viel auf. Uns fallen die Worte als Worte nicht weiter auf. Auch fallen die Wörter uns als Wörter nicht weiter auf. Wir sagen die Worte - Nicht anwesend.

Jetzt lauschen wir dem Klang der Silben. Wir wiederholen die Folgen. Aus der Stille hinter dem Wort kommt es dann anders. Es ist dies ein Aufhören von abwesenden Geräuschen.

Die Regieanweisung ist vergessen. Wir erwarteten - Bekanntes. Die Worte liegen uns wie Bauklötze im Mund. Die Sprache, so gesprochen, geht jetzt einen anderen Weg. Die Sprache, so gesprochen, geht in das Hören. Die Sprache ist, so gesprochen, eine andere Musik unter der Sprache. Aus dem Schweigen kommt - eine Pause des Schweigens.

Wenn das Schweigen schweigt ist aber eine andere Sprache. Ein Zählbares, das aus sich selbst erwächst. Soundsoviele Sandkörner aber sind nicht Sand. Soundsoviel Welt aber ist nicht die Welt. Wir trauen dem plötzlichen Eigenleben nicht. Was wir erwarten - ein kleiner Stuhl, den wir bestiegen. Von hier aus sähen wir mehr. Unser Erwarten wird enttäuscht. Die Modulationen der Gefälligkeit bleiben aus.

Vielleicht verdient man soundsoviel die Stunde. Das ist einfach. Es bleibt uns keine Zeit. Das macht einen nur verrückt. Das Einfache aber wiegt schwer. Es ist einfach, das schwere Einfache einfach verrückt zu heißen. Man putzt lieber Staub, man wählt auch das bessere Bohnerwachs. Die Kragen der Kinder sind gebügelt und gestärkt. Die Köpfe, hofft man, können nicht verrutschen.

Wir hören nicht mehr, wir winken bloß ab. Wir verdauen die Wurst, das Urteil, die Sprache, die Liebe. Die Betten sind gemacht. Bereit für alle einfachen Verrichtungen - Schlafen, Zeugen, Sterben.


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